Chatuna – die Jüdische Hochzeit

Chatuna – die Jüdische Hochzeit


Hochzeitsbaldrachin

Eine Hochzeit ist eine Vereinigung zweier sich liebender Menschen und nach jüdischem Verständnis eine heilige Handlung, die von Gott geboten ist (siehe 1. Mose 1, 27 u. 28 sowie 2, 18).


Die Braut (hebräisch Kalla) und der Bräutigam (hebr. Chatan) gehen als Glieder des von Gott auserwählten Volkes keine rein private Verbindung ein, sondern auch einen gottgewollten Akt, der zur Einhaltung der Traditionen und mit der Zeugung neuen Lebens auch zur Erhaltung des jüdischen Volkes dient Eine Hochzeit wird sorgfältig vorbereitet, denn es heißt im Talmud: „Wenn Mann und Frau würdig sind, dann weilt die Schechina (die Herrlichkeit Gottes) bei ihnen.“ Zur äußerlichen und innerlichen Reinheit besucht die Braut am Vortag der Hochzeit die Mikwe, das rituelle Tauchbad.


 

Die Hochzeit

Am Hochzeitstag fasten Braut und Bräutigam, bis die Trauung vollzogen ist.Diese kann an jedem beliebigen Tag – außer Shabbat und gewisse Feiertage – an einem gewünschten Ort stattfinden. Sie muss also nicht in der Synagoge abgehalten werden, sondern ebenso gut Zuhause oder im Freien, Hauptsache, die traditionelle Zeremonie wird eingehalten.


Synagoge

Dazu gehört, dass eine Chuppa (ein Baldachin oder „Trauhimmel“) aufgestellt wird. Eine Chuppa versinnbildlicht das Haus, in dem von nun an die Ehe gelebt wird oder allgemein das Zusammenleben des Brautpaares. Alte Legenden überliefern, dass Gottes Augen aus dem Trauhimmel heraus über dem Brautpaar wachen.


Bevor nun die Braut und der Bräutigam zur Chuppa geführt werden, wird dem Bräutigam vom Rabbiner ein vorbereiteter Ehevertrag (hebr. Ketuba) vorgelegt, den dieser vor Zeugen unterschreiben muss. Die Ketuba ist rechtsverbindlich und hat den Sinn, die Frau nach einer eventuellen Scheidung oder Witwenschaft materiell sicher zu stellen. Unter der Chuppa beginnt die Trau-Zeremonie jetzt mit dem Kiddusch, der Heiligung über dem Wein. Nach den Segenssprüchen trinken beide aus einem Becher Wein, danach streift der Bräutigam einen goldenen Ring über den rechten Zeigefinger seiner Braut


Weinglas

Im Anschluss wird die Ketuba vorgelesen. Die meisten Gäste, vor allem die Älteren, spitzen jetzt neugierig die Ohren, denn jeder möchte wissen, wie groß denn nun die materielle Verpflichtung des Bräutigams für seine Auserwählte ist. Wieder wird ein Becher Wein vom Rabbiner erhoben; er spricht die traditionellen sieben Segenssprüche, und wieder trinken Braut und Bräutigam aus einen Becher.


Zum Gedenken an den zerstörten Tempel in Jerusalem oder auch als Zeichen der Unvollkommenheit eines jeden Menschen zertritt der Bräutigam ein Weinglas mit dem rechten Fuß denn Scherben sollen bekanntlich auch Glück bringen. Unter vielen „Masel tov“ Rufen (viel Glück) verschwindet das verheiratete Paar, um jetzt einen kleinen Imbiss zu sich nehmen und damit das Fasten beenden.


Danach wird gefeiert – je nach Land und Geldbeutel gibt es da natürlich Unterschiede - aber eines ist sicher: eine jüdische Hochzeit mitzuerleben, egal, ob liberal, traditionell oder orthodox, ist ein wunderschönes unvergessliches Ereignis!
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