Den offiziellen Eintritt in das Erwachsenenalter stellt in der katholischen wie auch in der orthodoxen Kirche die Firmung dar. Man entscheidet sich zudem noch einmal für den Glauben, den man während seiner Taufe angenommen hat. Ein Ereignis, das selbstverständlich gebührend gefeiert werden muss. Auch wenn die Zahl der Kirchenaustritte steigt, erfreut sich die Firmung nach wie vor großer Beliebtheit. Basis für die Firmung ist die Taufe, die meistens im Säuglingsalter stattfindet. Zum Zeitpunkt der Taufe geben die Eltern stellvertretend das Glaubensbekenntnis für ihr Kind ab. Ähnlich wie die evangelische Konfirmation wird bei der katholischen beziehungsweise orthodoxen Firmung das Glaubensbekenntnis vom Firmling selbst erneut gegeben.
Die Zeit bis zur Erstkommunion ist spannend und prägend. Im Kommunionsunterricht wird nicht nur grundlegendes Wissen über die Kirche und die Kommunikation vermittelt, auch der Ablauf der Zeremonie als solches wird immer wieder geprobt. Ein wesentlicher Punkt bei den Vorbereitungen zur Erstkommunion ist die Kleiderwahl. Die Jungen erhalten zu diesem Anlass in der Regel ihren ersten Anzug, die Mädchen freuen sich auf ein weißes Kommunionskleid. Da sich in den letzten Jahren mancherorts ein regelrechter Wettbewerb um das schönste oder teuerste Kleid entwickelt hat, sind einige Gemeinden dazu übergegangen, den Kommunionskindern einheitliche "Kutten" zur Verfügung zu stellen. Schließlich soll der eigentliche Sinn der Erstkommunion - die Spende eines Sakraments - im Vordergrund stehen!
Um die Firmlinge auf die Firmung angemessen vorzubereiten, wird schon lange vor dem wichtigen Termin mit einem umfassenden Firm-Unterricht begonnen, in dem alle möglichen Fragen zum Thema Glauben behandelt werden. Im Rahmen der Vorbereitungen kommt den Firmpaten eine wichtige Aufgabe zuteil. Sie sollen im Rahmen ihrer persönlichen Beziehungen zum Firmling besonders auf die Firmung vorbereiten. Die Firmung ist nicht nur wegen des Glaubensbekenntnisses ein wichtiges Ereignis im Leben eines jungen Menschen. Dieser feierliche Anlass ist zugleich der offizielle Wechsel vom
Kindesdasein hin zum Erwachsenen.
Ein so wichtiger Tag wird natürlich entsprechend groß gefeiert. Im Anschluss an die Zeremonie findet eine Feier im privaten Rahmen statt. Neben Eltern, Geschwistern, Onkeln, Tanten und Paten sind auch die Freunde der Familie willkommen. Die Geschenke, die neben sonstigen Glückwünschen überbracht werden, sollten sich grundsätzlich am Glauben orientieren. Besonders beliebt sind daher neben den klassischen Geldgeschenken kirchlicher Schmuck wie beispielsweise ein Kreuz.
Die Firmung selbst ist für den jungen Katholiken oder Orthodoxen ein einschneidendes Erlebnis. Nicht nur, dass er offiziell zu den Erwachsenen der Gemeinde gehört, er bekennt sich zudem im feierlichen Rahmen zu seinem Glauben und wendet sich den bösen Mächten ab. Von nun an hat er zahlreiche Möglichkeiten, am Gemeindeleben aktiv teilzunehmen oder sich kirchlich trauen zu lassen.