Für die Mitglieder der katholischen Kirche ist sie eines der größten christlichen Feste: Die Erstkommunion. Sie stellt für Eltern und Kinder einen wichtigen Punkt im kirchlichen und sozialen Leben dar und wird daher entsprechend gefeiert.
Die Erstkommunion ist das nächste kirchliche Sakrament nach der Taufe. Da Kinder, die zur Erstkommunion gehen, in der Regel etwa neun Jahre alt sind, ist dies das erste Sakrament, das bewusst wahrgenommen wird. Grundsätzlich verstehen Kinder in diesem Alter die Erstkommunion als einen Schritt zum Erwachsenwerden. Schließlich dürfen sie ab diesem feierlichen Anlass in einer Form am katholischen Gottesdienst teilnehmen wie sonst nur Erwachsene also folglich sind sie ab dem Tag der Kommunion sogar zum Abendmahl zugelassen.
Die Zeit bis zur Erstkommunion ist spannend und prägend. Im Kommunionsunterricht wird nicht nur grundlegendes Wissen über die Kirche und die Kommunikation vermittelt, auch der Ablauf der Zeremonie als solches wird immer wieder geprobt. Ein wesentlicher Punkt bei den Vorbereitungen zur Erstkommunion ist die Kleiderwahl. Die Jungen erhalten zu diesem Anlass in der Regel ihren ersten Anzug, die Mädchen freuen sich auf ein weißes Kommunionskleid. Da sich in den letzten Jahren mancherorts ein regelrechter Wettbewerb um das schönste oder teuerste Kleid entwickelt hat, sind einige Gemeinden dazu übergegangen, den Kommunionskindern einheitliche "Kutten" zur Verfügung zu stellen. Schließlich soll der eigentliche Sinn der Erstkommunion - die Spende eines Sakraments - im Vordergrund stehen!
Am Tag der Erstkommunion begleiten nicht nur die Eltern die Kommunionskinder zur Kirche, auch Geschwister, Onkel, Tanten und Taufpaten gehören zur Festgemeinde. Im Anschluss an die Zeremonie findet oftmals in Restaurants oder Gasthäusern eine groß angelegte Kommunionsfeier statt. Hier sollte man daran denken, frühzeitig zu reservieren. Hier haben nun alle Freunde und Bekannte Gelegenheit, ihre Glückwünsche auszusprechen und Geschenke zu überreichen. Der gesamte Kommunionstag wird von der Kommunionskerze, die während der Zeremonie in der Kirche entzündet wurde, begleitet.
Während des Kommuniongottesdienstes wird der Leib Christi in Form einer Hostie - eine Art Oblate - aufgenommen. Die Hostie kann man sich direkt in den Mund legen lassen oder per Hand annehmen und selbst zum Munde führen. Wählt man die Handkommunion, wird die Hostie in die linke Hand gelegt, die über der rechten Hand liegt. Mit der rechten Hand wird die Hostie dann zum Mund geführt. Die Vollkommunion, bei der neben dem Leib Christi auch das Blut Christi in Form von Messwein aufgenommen wird, ist meist nur dem Pfarrer und einigen Ministranten vorbehalten. Nur in wenigen Fällen wie beispielsweise bei Hochzeiten, können auch Mitglieder der Gemeinde daran teilhaben. Bei der Erstkommunion ist das allerdings nicht der Fall. Es ist einer der wichtigsten Tage im Leben eines Katholiken und ein Freudentag für jedes Kommunionkind. Mit guter Planung wird die Erstkommunion für alle Beteiligten ein unvergessliches Erlebnis.