Traditionell Weihnachtsgeschichten haben meist religiöse Themen im Mittelpunkt, was jedoch nicht bedeutet, dass nur die Geburt Jesu im Mittelpunkt stünde. Vielmehr sind es Themen, die in unmittelbarer Nähe zu den christlichen Werten wie Nächstenliebe, Vergebung und Barmherzigkeit stehen. Die jeweils sich um diese Punkte drehenden Erzählungen tragen maßgeblich zur Schaffung jener friedlichen, fast schon magischen Stimmung zur Weihnacht bei. Weihnachtsgeschichten erzählt man nicht nur Kindern. Auch Erwachsenen werden sie immer wieder gern erzählt. Ein gutes Beispiel dafür ist Charles Dickens' A Christmas Carol.
Dessen Hauptfigur, der geizige, grausame und zynische Geschäftsmann Ebenezer Scrooge, erfährt an Weihnachten mithilfe dreier Geister eine grundlegende Wandlung und ermöglicht somit letztendlich auch seinen Angestellten eine versöhnliche und wunderschöne Weihnacht mit viel Geschenken, Hoffnung und Wärme. Adaptionen dieses Klassikers unter den Weihnachtsgeschichten gibt es unzählige: sei es im Fernsehen oder als Buch - immer wieder neue Regisseure und Autoren haben sich an diesem wunderschönen Stoff versucht und ihn mehr oder minder erfolgreich umgesetzt.
Dass eine derart vielfältige Adaption überhaupt möglich ist, liegt nicht zuletzt an jener Grundaussage, die allen Weihnachtsgeschichten inne wohnt: zu Weihnachten ist die Chance besonders groß, dass schlechte Menschen durch Wärme und Liebe zu besseren Menschen werden. Weihnachtsgeschichten sind nicht zuletzt auch Teil einer großen (abendländischen) Kultur und das Wiedererkennen vieler Motive ein verbindender Faktor. Gerade zur Weihnachtszeit, wenn Menschen über viele Grenzen hinweg gemeinsam feiern, leisten Weihnachtsgeschichten mit ihren versöhnlichen und allgemein bekannten Inhalten einen großen Beitrag zu dieser alles übergreifenden Verständigung.




